Das Team LaWA-ECVET stellt sich vor

Das Team LaWA-ECVET befasst sich in erster Linie mit der Konkretisierung und Erprobung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufliche Bildung (ECVET). Unter Berücksichtigung der aktuellen ECVET-Empfehlungen der Europäischen Kommission werden Instrumente zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Kompetenzen auf die heimische Ausbildung erprobt. Hierzu führen die involvierten Projektpartner beispielsweise Vergleichsstudien zwischen europäischen Berufsbildern durch. Darüber hinaus stehen die Mehrwerte einer Grenzüberschreitenden Verbundausbildung im Fokus des Interesses. Sie werden über Erfahrungsberichte von Auszubildenden und Befragungen europäischer Betriebe ermittelt.


GVA und ECVET befruchten sich gegenseitig –
Abschlussbericht Oktober 2009

Mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung wurden die Endergebnisse des GVA-Projektes im September 2009 vorgestellt und diskutiert. Etwa 80 Vertreter des Handwerks, verschiedener Berufsschulen und der Bildungspolitik fanden sich hierzu in den Köster Möbelwerkstätten in Altenberge zusammen. Im Vordergrund stand bei der Veranstaltung die lebensnahe Schilderung der absolvierten Auslandsaufenthalte durch die Auszubildenden und die Beantwortung von Fragen rund um die Grenzüberschreitende Verbundausbildung. Zu einzelnen Projektergebnissen standen die Projektmitarbeiter an eigenen Informationsständen anschließend Rede und Antwort. Die Möbelwerkstatt der Firma Köster diente dabei als geeignete Kulisse, um den abwechslungsreichen Arbeitsalltag im Handwerk zu illustrierten.
Auch die Ergebnisse der ECVET-Gruppe wurden auf der Veranstaltung präsentiert und diskutiert. Die ECVET-Gruppe führte unter Leitung des FBH zentrale Arbeiten zur Dokumentation von Lernergebnissen durch, die von Auszubildenden während ihrer Auslandsaufenthalte erworben werden. Empfehlungen des Europäischen Leistungspunktesystems für die berufliche Bildung (ECVET) wurden aufgegriffen und für die im Projekt durchgeführten neun Auslandsaufenthalte von insgesamt 17 Monaten Dauer nutzbar gemacht. In Abstimmung mit Betrieben, Auszubildenden und Projektpartnern wurden im Kontext von ECVET die folgenden Produkte entwickelt:

  1. GVA-Checkliste
    Diese Checkliste enthält konkrete, praxisorientierte Hilfestellungen für Auszubildende, (Handwerks-)Betriebe und Berufskollegs rund um die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Auslandsaufenthalten.

  2. Ausbildungsplan und Lehrvereinbarung
    Entsendende und Gastbetriebe sowie Schulen müssen Vereinbarungen zu den Lernergebnissen treffen, die vom Auszubildenden im Rahmen des Auslandsaufenthaltes absolviert werden sollen. Der Ausbildungsplan und die Lehrvereinbarung stellen Dokumentvorlagen für diese Absprachen dar.

  3. Logbook
    Stellvertretend für eignungsdiagnostische Verfahren, wie sie vom ECVET angesprochen werden, wurde mit dem Logbook ein Instrument entwickelt, das der möglichst validen Dokumentation von Lernergebnissen dient. Gleichzeitig unterstützt es die Kommunikation zwischen Auszubildenden und Betrieben während Auslandsaufenthalten.

  4. Zertifikat
    Die Anerkennung der im Ausland erworbenen Lernergebnisse im Sinne eines Erlassens einzelner Inhalte der Abschlussprüfung ist in Deutschland derzeit rechtlich nicht möglich. Gleichzeitig bekunden sowohl Auszubildende als auch Betriebe besonderes Interesse an der Validierung und Zertifizierung von Lernergebnissen, die über die typischen "Ausbildungs-Lernergebnisse" hinaus gehen. Dieses Anliegen wurde bei der Entwicklung des Zertifikats aufgegriffen.

  5. Berufsbildervergleich
    Mithilfe einer spezifischen Methodik zur Curriculumanalyse wurden inhaltliche Unterschiede zwischen exemplarischen deutschen und französischen Berufsbildern ermittelt. Diese Unterschiede stellen Argumente für die Auslandsentsendung von Auszubildenden dar, weil sie fachliche Mehrwerte ausweisen, die von den Auszubildenden im Gastbetrieb erlernt werden könnten.

Die Diskussion der dargestellten Produkte auf der Abschlussveranstaltung spiegelte reges Interesse, insbesondere auf Seiten von Handwerksbetrieben, wieder. So wird die Kommunikation zwischen Wissenschaft, EU-Bildungspolitik und Praxis wohl auch zukünftig für eine gegenseitige Befruchtung des Lernens und Arbeitens im Ausland und des Europäischen Leistungspunktesystems für die berufliche Bildung – ECVET – sorgen. Dies gilt insbesondere für die Durchführung weiterer langfristiger Auslandsaufenthalte durch Auszubildende, die von der Handwerkskammer Münster unterstützt werden sowie die Arbeiten im Folgeprojekt, welches sich mit der Entwicklung einer anerkannten Zusatzqualifikation für GVA beschäftigt.


GVA zeigt deutlichen Mehrwert für alle Beteiligten – Mai 2009

Im Projekt LaWA konnten bereits verschiedene Auszubildende Teile ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren. Dies waren bisher insbesondere Jugendliche, die eine Ausbildung zum Zimmerer oder zum Metallbauer (Fachrichtung Konstruktionstechnik) absolvieren. Einige der Aufenthalte wurden zwischen deutschen und französischen Betrieben organisiert. Alle im Projekt involvierten Betriebe betonen neben den überfachlichen Mehrwerten von Auslandsaufenthalten (bspw. Kompetenzzuwächse im Bereich interkultureller Kompetenzen) auch fachliche Mehrwerte. Genau diese fachlichen Mehrwerte wurden in einem exemplarischen Berufsbildervergleich untersucht. Hierzu wurden zu den deutschen Berufsbildern ‚Metallbauer (Fachrichtung Konstruktionstechnik)‘ und ‚Zimmerer‘ französische Entsprechungen identifiziert und schließlich mithilfe eines speziellen Vergleichsrasters fachliche Unterschiede ermittelt. Es zeigte sich, dass selbst bei sehr eng verwandten europäischen Berufsbildern fachliche Mehrwerte für beide Seiten existieren. Mit anderen Worten: Austausche können bereits aus rein fachlicher Perspektive für französische und deutsche Auszubildende von Vorteil sein. Die Vergleichsmethodik und die Ergebnisse des Vergleichs werden im Paper "Vergleich von Berufsbildern" dargestellt.

Das ECVET-System (European Credit Transfer System for Vocational Education and Training, zu Deutsch: Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung) soll die Anerkennung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen erleichtern, welche von Auszubildenden im Rahmen von Auslandsaufenthalten erworben wurden. Hierdurch soll ihre berufliche Mobilität – über System- und Ländergrenzen hinaus – erhöht werden. Die aktuellen Empfehlungen der EU-Kommission zur Implementierung des ECVET-Systems wurden im LaWA-Projekt aufgegriffen, um Handwerksbetriebe bei der Organisation und Durchführung von Auslandsaufenthalten zu unterstützen. In diesem Kontext wurden und werden verschiedene Instrumente entwickelt:

Aktuell werden die bisherigen Ergebnisse des Projektes, insbesondere des Teams ECVET, mit polnischen Berufsbildungsexperten diskutiert. Ergebnisse dieses Treffens (April 2009) werden in die weiteren Entwicklungen einfließen.

Um die bisherigen Aktivitäten der Projektgruppe zu optimieren, wurden und werden die entwickelten Instrumente darüber hinaus einem Evaluationsprozess unterzogen, der die Transferfähigkeit der Projektergebnisse fördert.


LaWA-Rahmenbedingungen nehmen Gestalt an – Stand Juni 2008

Ein Vorteil von Grenzüberschreitender Verbundausbildung ist – sowohl nach Ansicht von Betrieben als auch nach Ansicht von Auszubildenden – die Möglichkeit, fachliche Methoden oder Verfahren im Ausland erlernen zu können, die daheim nicht oder kaum behandelt werden. Um solche fachlichen Mehrwerte zu identifizieren, werden ausgewählte deutsche und französische Berufsbilder anhand ihrer Curricula miteinander verglichen. Der Vergleich von Curricula im Zimmerer- und im Metallbauergewerk gibt Hinweise darauf, welche Mehrwerte französische bzw. deutsche Auszubildende bei ihrem Aufenthalt in Deutschland bzw. Frankreich erlernen können.

Aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen des Lernens und Arbeitens im In- und Ausland stellt die Anerkennung von Kompetenzen, die im Ausland erworben wurden, eine große Herausforderung für europäische Berufsbildungsakteure dar. Aus diesem Grund werden Standards und Mechanismen erprobt, die eine solche gegenseitige Anerkennung vereinfachen können. Grundlage dieser Aktivitäten sind die aktuellen Empfehlungen der Europäischen Kommission zum Europäischen Leistungspunktesystem für die Berufliche Bildung (ECVET).
Erste Dokumentvorlagen zur Erleichterung von Absprachen rund um Auslandsaufenthalte von Jugendlichen wurden entworfen.

Um Mehrwerte aus der Sicht der an GVA beteiligten Auszubildenden zu identifizieren, wurde ein Logbook entworfen, mit dem Auszubildende ihre im Ausland gewonnenen Erfahrungen dokumentieren können.

Zur Identifikation von Mehrwerten von GVA aus der Sicht der beteiligten Betriebe, sowie zur Ermittlung von Hemmnissen und fördernden Faktoren von GVA, wurden Handwerksbetriebe in Deutschland und Norwegen befragt.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen finden Sie unter Produkte.


Wir haben viele Baustellen im Ausland. Wenn Mitarbeiter Auslandserfahrung haben, dann lassen sich fachliche oder sprachliche Hindernisse viel leichter bewältigen. Wir freuen uns immer, wenn die Lehrlinge zurückkommen. Sie sind hoch motiviert und haben an praktischer Erfahrung und an Lebenserfahrung gewonnen.

Josef Terhalle,
Terhalle Zimmerei GmbH