Praktische Ansätze zur Optimierung und Implementierung grenzüberschreitender Verbundausbildung (GVA) im Handwerk

LEONARDO DA VINCI Innovationstransferprojekt – 2007 - 2009

Die zunehmende Europäisierung der Märkte erfordert die stärkere Internationalisierung der Ausbildung. Nur so kann die Wirtschaftskraft der Betriebe und die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Dauer erhalten bleiben. Zusammen mit Partnern aus sechs europäischen Ländern entwickelt die Handwerkskammer Münster im Rahmen eines EU-geförderten Projekts Strukturen für eine Grenzüberschreitende Verbundausbildung (GVA). Damit sind längerfristige Auslandsaufenthalte als Teil der Erstausbildung gemeint. Erst bei mehrmonatigen Auslandsaufenthalten wird ein fachlicher Mehrwert deutlich, da Auszubildende dadurch wirklich zum Team gehören.
Sie werden in die Arbeit integriert, lernen so andere Betriebsabläufe kennen und erlangen wesentliche fachliche Kompetenzen.

Seit der Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) im Jahr 2005 haben längerfristige Auslandsaufenthalte während der Erstausbildung zumindest in Deutschland eine solide rechtliche Grundlage. Bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit kann in einem ausländischen Betrieb gelernt werden. Zurzeit steht für deren Durchführung aber noch keine strukturierte Umsetzungshilfe zur Verfügung und es fehlen adäquate Bewertungsinstrumente.

Ziel im Projekt ist, die Voraussetzungen zu schaffen, damit GVA als selbstverständliches Qualifizierungsangebot in der Erstausbildung unkompliziert und gewinnbringend genutzt werden kann. Für die Optimierung der Strukturen werden die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen verdeutlicht. Es sollen nachvollziehbare Bewertungsverfahren für im Ausland zusätzlich erworbene Kompetenzen geklärt und ggf. entwickelt werden. Eine systematische, während der Auslandsphase fortlaufende, schulische Unterweisung muss sichergestellt werden. Sie hilft Jugendlichen, Lerndefizite zu vermeiden und nimmt ihnen so die Angst, aufgrund längerer Abwesenheit kein gutes Prüfungsergebnis zu erzielen. Hierzu werden didaktische Verfahren und Inhalte entwickelt. Zentrales Instrument ist eine internetbasierte Lernplattform.

„LaWA – Lernen und Arbeiten im Ausland / learn and work abroad“ soll in Zukunft die Grenzüberschreitende Verbundausbildung heißen, die im Projekt entwickelten Qualitätsansprüchen genügt - und die einen deutlichen Mehrwert für Auszubildende und Betriebe sicherstellt.

Grenzüberschreitende Verbundausbildung als geregeltes, in den Strukturen der Bildungssysteme fest verankertes Qualifizierungsangebot, trägt zur Mobilität von Arbeitnehmern auch nach der Ausbildung bei. Das erleichtert Betrieben die Geschäftstätigkeit im Ausland. Das Projekt soll die Grundlage dafür schaffen, dass Verbundausbildung langfristig zum Standardangebot in den europäischen Bildungssystemen wird.
Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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